Kairo ist laut und schmutzig. Diese Einsicht ereilte uns am Wochenende, als wir mit Ahmed einen spontanen Nachttrip nach Alexandria unternahmen. Verglichen mit Kairo ist Alex ein Luftkurort, geradezu steril. Besonders außerhalb der Touristensaison, in der wir uns nicht mehr befinden, denn es hat hier "nur" noch 35 Grad, sind die Straßen für ägyptische Verhältnisse leergefegt, die Luft riecht nach Meer und Salz, man sieht Palmen, Gärten und Parkanlagen.
Weitere Argumente für die Schall-und-Rauch-These sind: Das nie abreißende Konzert in den Straßen, gespielt von Autohupen, Kassettenrekordern und Marktschreiern, der gleichmäßig braune Schleier aus Staub, der sich über alles, wirklich alles, legt, der Gebetsruf des Muezzin, der in diesem Monat noch öfter ertönt, Naseputzen am Abend, wenn man sich beim Anblick all der eingeatmeten Abgase fragt, ob die Lunge eines Nichtrauchers nach fünf Monaten Kairoaufenthalt eigentlich noch von der eines achtzigjährigen Kettenrauchers zu unterscheiden ist, die allabendlichen Schüsse in die Luft, die den Iftar, das Fastenbrechen, ankündigen, ...
Dennoch hat Kairo uns wieder angezogen. Wahrscheinlich aufgrund der größeren Masse :o)
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